Archiv für den Monat: August 2013

Grillen

Sommerzeit ist Grillzeit. Die Sonne scheint und statt zu arbeiten wäre man lieber im Strandbad. Da ist es nahe liegend am Wochenende mit Freunden zu Grillen. Meistens werden zu solchen „Vorgartenevents“ von den Veranstaltern alle eingeladen, die sie so in die Finger bekommen, deswegen lernt man auf solchen Events immer neue Leute kennen.

Nachdem ich endlich den vereinbarten Grillort gefunden habe, sehe ich auch schon die ersten Chaoten durch die Gegend laufen, völlig ohne Ziel. Mit leerem Magen suche ich den Grill, auf den ich endlich mein Steak werfen kann. Zwischendurch quatschen mich mindestens zehn verschiedene Leute an, hallo wie geht’s, gut, ja auch,.. das übliche bla bla, dabei hab ich doch einfach nur Hunger und will primär ein gegrilltes Steak. Nachdem ich allen versichert habe, dass es mir gut geht und mich von Anstands wegen für das Ergehen meines Gegenübers interessiert habe, bin ich endlich in Sichtweite des Grills angekommen. „Gerettet“ denke ich, während ich dem Grill immer näher komme und eine sichtlich motorisch suboptimierte Person vor dem Grill stehen sehe, die mit etwas Karton ähnlichem wild rumfuchtelt. Dann fällt mir die weit in den Himmel ragende Rauchfahne auf. SCHLECHT denke ich, während mir die Person am Grill versichert, dass die Grillkohle daran schuld sein muss, dass der Grill noch nicht einsatzbereit ist. Ja klar, als ob, und morgen ist die Mondstellung daran schuld wenn ein Geschäft nach Ladenschluss nicht mehr offen hat. Nach einer weiteren halben Stunde und vier weiteren „Helfern“, die um den Grill stehen und „kluge“ Ratschläge geben dringt etwas Feuer ähnliches aus dem Grill. Wäre mein Steak gefroren gewesen, hätte es spätestens jetzt die Außentemperatur vollständig angenommen. Bevor die mittlerweile entstandene Glut ausgeht entscheide ich mich schnell mein Steak auf den Grill zu schmeißen.

Nicht schön aber zweckgemäß kann ich mein Steak nach einer gefühlten Ewigkeit vom Grill nehmen. Besteck, Teller & Co. werden gestellt hat es bei der Einladung geheißen. „Ja, Besteck“ denke ich und schaue mir das „Besteck“ an. Billigste Plastikteile, einmal schief angeschaut und schon zerbrechen diese kack Teile, ich kenn‘ das! Ich hoffe, dass ich beim essen meines Steaks nicht aussehe wie ein Primat. Ich stecke die Gabel mit einer gekonnten Feinfühligkeit in das Steak und schon passiert’s! *KNACK* Erste Gabel schrott. War klar. Die zweite Gabel landet erfolgreich im Steak. Das schneiden mit dem Plastikmesser fühlt sich an, als würde ich mit meinen Fingern auf einem Seil balancieren. Bloß nicht nach einer Seite umknicken, sonst ist auch das zweite Messer fällig. Das abgeschnittene Stück Steak sieht eher abgerissen als abgeschnitten aus. Mit jedem mal „umsetzen der Gabel“ wird das Einstechen der Gabel in das Steak schwieriger, denn mit jedem Einstechen werden die Zacken der scheiß Plastikgabel immer krummer. Aber nicht alle gleichmäßig in eine Richtung, NEIN jede der drecks Zacken steht in eine andere Richtung, sonst wäre es zu einfach die Gabel dennoch fachgerecht zu nutzen. Die Teile halten absolut nichts aus. Nach einem nervenaufreibenden Kampf mit dem Steak und den „Plastikteilen“ ist das Steak nun endlich gegessen.

„Hat’s geschmeckt?“ – „Ja und dir?“ – „Ja auch, du musst aber unbedingt den Salat hier probieren“ – „Ja klar gib her“ als ob ich Lust auf Salat hab‘, ich glaub ’s hakt! Also hau ich mir einen Happen des farblich undefinierbaren Gestrüpps rein. Naja schlecht war er nicht. „Ach hier und der ist auch gut, den solltest Du auch probieren.“ Irgendwie kannste ja auch nicht nein sagen, also zweiter Happen Salat. „Und? Wie findest Du ihn?“ – „Gut“ mal ehrlich, er war zum kotzen. „Der Salat ist echt auch exzellent, den solltest Du auch probieren“, was sag ich da, ich habe immer noch den schrecklichen Geschmack des Salats von vorher im Mund. Man sagt, schlimmer geht immer. „Nein danke, ich bin jetzt aber echt satt. Später vielleicht.“ sage ich und greife zur Cola. Ich werde weiter zugetextet wie soll doch dieser oder jener Salat ist, während ich einschenke und feststelle SCHEISSE COLA LIGHT! WAS SOLL DAS?! Mal ehrlich wer zum Henker kauft bitte Cola Light? Entweder ich trinke pappsüße Cola oder ich lass es und trinke Wasser, aber weil man ja nicht auf den Süßkram verzichten kann als überdurchschnittlich genährter Mitteleuropäer muss man sich dieses Zeug reinziehen. Hauptsache es schmeckt süß, scheißegal ob es dem Körper schadet, einfach rein damit. Wegschütten kann ich es jetzt auch nicht mehr und der Geschmack des grässlichen Salates habe ich auch noch im Mund. Was solls, runter damit. „Und was machst Du so beruflich?“ – „Ich arbeite in der IT“ – „Aha, also machst Du was mit Computern, das ist ja toll…“ – „Ja“ – „Ich hab da ein Problem mit meinem Computer…“ och nö :-(

„Also ich muss dann los, habe morgen noch viel vor“ – „Okay dann schönen Abend noch“ – „Ja danke euch auch“ sage ich während sich eine Person hektisch in meine Richtung bewegt und mir noch unbedingt etwas erzählen muss. „Ich muss dir noch…“ – „Ja klar“ Unwichtig, hätte sie mir das nicht auch im Chat schreiben können?! „Also dann tschüss“ nach dem ich mich endlich los reißen kann und zuhause angekommen bin verspüre ich ein starkes Hungergefühl. NA TOLL! denke ich und esse eine Schüssel Müsli.